Black Desert Online: Von Eseln und Helden

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Mai
22
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Black Desert Online sieht toll aus und bietet einen grandiosen Charaktereditor. Doch was taugt das koreanische Sandbox-MMO spielerisch? Und welche Rolle haben die Esel?

 

 

 

Fantasy-Heroen und Esel haben in der Regel nicht viel gemeinsam. Während ein klassischer Held mit seinem Schwert durch die Lande zieht, den Unschuldigen beisteht, Drachen erschlägt und Schätze erbeutet, sieht der Alltag eines Grautiers weitaus weniger spektakulär aus. Für gewöhnlich mümmeln Esel gemütlich in ihren Ställen herum und nerven ihre Besitzer mit ihrer sprichwörtlichen Sturheit. In Black Desert Online sind Helden und Esel aber kaum zu trennen. Denn ohne das treue Langohr ist eine Heldenkarriere in dem koreanischen Sandbox-MMO zum Scheitern verurteilt.

Der Held der Träume

Doch bevor wir uns der ungewöhnlichen Symbiose aus Held und Grautier widmen, brauchen wir erstmal einen Heroen. Den erstellen wir im obligatorischen Charaktereditor und bereits da zeigt sich, dass Black Desert Online anders ist, als die meisten gängigen MMOs. Der Heldeneditor ist nämlich derart komplex und vielseitig, dass wir wirklich stundenlang an unserem Traum-Helden herumdoktern und sogar Details wie die vordere Lockenkrümmung unserer Schwarzmagierin einstellen können.

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Apropos: Die finstere Zauberin ist eine von acht Klassen, die wir auswählen dürfen. Allerdings zwingt uns Black Desert ordentliche Einschränkungen in Form eines Gender- und Racelock auf. Das bedeutet, dass jede Klasse fest einem Geschlecht und einem Volk zugeordnet ist. Waldläufer sind daher immer sowohl Frauen als auch Elfen, Berserker stets riesenhafte Kerle und Zauberer alte Zausel im Opa-Gandalf-Style. Angesichts der geradezu absurd detaillierten Anpassungsmöglichkeiten des Editors muteten diese Beschränkungen reichlich bizarr an.

Der Schrecken der Wildnis

Nach der Charaktererschaffung wirft uns Black Desert Online ohne jegliche Erklärungins sprichwörtlich kalte Wasser. Unsere Heldin rappelt sich stöhnend im Hinterhof eines Eselstalls hoch und wird sofort von einem putzigen schwarzen Geister-Dingens angequietscht. Wir sind dem kleinen Irrwisch wohl etwas schuldig und müssen irgendwas machen. Was genau, sagt der »Schwarzgeist« uns jedoch nicht.

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Statt Erklärungen gibt uns der kleine Quälgeist vielmehr ein paar belanglose Grind-Quests, in deren Verlauf wird zahlreiche Viecher und Monster aus der Umgebung umhauen und so das dynamische Kampfsystem erstmals kennenlernen. In Windeseile metzeln wir uns durch Käfer, Wiesel, Wölfe sowie Kobolde und lernen dabei unsere Skills und die vielen Kombo-Möglichkeiten. Denn in Black Desert Online sind unsere Fähigkeiten besonders effektiv, wenn wir sie zu komplexen Ketten aneinanderreihen und so besondere Effekte wie Schaden über Zeit, Flächeneffekte oder Niederschläge aktivieren. Außerdem sind unsere Angriffe effektiver, wenn wir von hinten oder der Seite angreifen.

Beim Kampfsystem zeigen sich auch klar die Unterschiede zwischen den Klassen, die allesamt gut herausgearbeitet sind. Lediglich die beiden Tank-Klassen Walküre und Krieger sowie Zauberer und Hexe spielen sich ähnlich. Je nachdem welchen Stil wir bevorzugen, können wir als Walküre unsere Gruppe unterstützen oder als Berserker fette DPS heraushauen. Und wer eine besondere Herausforderung will, spielt die Schwarzmagierin, die als agile Nahkampf-Glaskanone extrem viel austeilt aber quasi kaum etwas einsteckt.

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Als Belohnung im Kampf bekommen wir neben Erfahrungspunkten auch regelmäßig Talentpunkte, mit denen wir uns immer mehr Skills oder verbesserte Versionen unserer Fähigkeiten besorgen. Damit können wir unseren Helden ordentlich ausbauen und nach Herzenslust an unsere Spielweise anpassen. Einen Großteil der Zeit sind wir übrigens alleine unterwegs, da die Gefechte allgemein nicht sehr fordernd sind und wir die meisten Herausforderungen auch solo meistern. Doch dank dem actionreichen Kampfsystem unterhält uns die Klopperei ohnehin prächtig und schwache Gegner erhöhen nur das Gefühl der eigenen Überlegenheit.

 

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